






Tag 4, 28.05.2009, Donnerstag
Ernuechternde Erkenntnis am Morgen: unser Bus ist kaputt.
Also blieb noch Zeit die letzten Ausruestungsgegenstaende
im Alpinladen ein Bergdorf weiter zu kaufen.
In der zwischenzeit wurde ein Taxi organisiert, welches in
mehreren Fuhren uns, Rucksaecke und Unmengen an Essen zum
Fusse des Elbrus brachte.
Von hier fuellten wir mehrere Gondeln. Das Essen reisste von
der Gipfelstation mit einer Schneekatze weiter in Richtung
Basislager, wir marschierten mit den Rucksaecken zu Fuss.
Unser Basislager auf etwa 3800m bestand aus lauter alten
Oelfaessern, die zu 6-Mann Unterkuenften umgebaut waren, einer
Huette mit einem grossen Gemeinschaftsraum und zwei Klohaeusschen,
in denen die Faekalien den Rand des Lochs in der Erde bereits bei
unserer Ankunft erreicht hatten.
Wir bezogen Quartier und machten unsere zweite Akklimatisierungstour,
diesmal in Richtung Elbrusgipfel bis auf etwa 4100m.
Tag 5, 29.05.2009, Freitag
Das Wetter war nebelig, trotzdem starten wir zur naechsten
Akklimatisierungstour bis auf etwa 4500m. Lars hat mehr als
die anderen Probleme mit der Akklimatisierung, welches sich
in starken Kopfschmerzen aeussert.
Die letzten unserer Bergkameraden reisen an: Der Leiter von
Orlonjok, sein Vize und ein Fotograf.
Wichtig fuer die Akklimatisierung: Viel Schnaps!
Tag 6, 30.05.2009, Samstag
Der Himmel war strahlend blau, es fegt allerdings ein ordentlicher Sturm.
Unsere Akklimatisierungstour fuehrt uns diesmal bis auf etwa 4800m.
Lars kann leider wegen der Kopfschmerzen nicht mitkommen.
Am Nachmittag in den Faessern macht sich erste Langeweile breit,
es gibt nicht viel zu tun.
Tag 7, 31.05.2009, Sonntag
Zum Fruehstueck wie ueblich Kaviar, Wachteleier und Haferschleim.
Wir hatten noch nie so gutes Essen in den Bergen, wie bei dieser
Tour.
Heute: Ruhetag!
Das Wetter waere fuer einen Aufstieg perfekt gewesen, aber ein Ruhetag
vor dem Gipfelversuch ist wichtig!
Lars versuchte sich heute weiter zu akklimatisieren, diesmal mit Erfolg.
Die anderen machen einen kleinen Ausflug ins Skigebiet ein paar hundert
Meter tiefer. Dort kehren wir in eine Bar ein und geniessen Tee, Bier und
Hammelspiess am offenen Feuer.
Am Abend macht sich Unmut breit, da die Bergfuehrer verkuenden, es duerfen
nicht alle den Gipfelerfolg versuchen. Da unsere Gruppe sich aber stark dafuer
einsetzt es nur gemeinsamm mit allen zu versuchen, wird dem nachgegeben.
Fuer uns ist es viel wichtiger den Berg als Gruppe zu besteigen, auch auf die
Gefahr hin, dass alle oder einzelne evtl. scheitern und man langsammer gehen muss,
als einzelne koennten.
Tag 8, 01.06.2009, Montag
Gipfeltag! Es geht um 4:30 in der Frueh los, leider kann Lars nicht mit.
Wir steigen in eine Schneekatze und werden bis auf etwa 4500m gebracht,
sonst ist der Gipfelanstieg zu lang. Es ist zwar bewoelkt, wir waren aber
inzwischen ueber den Wolken! Die Stimmung beim Sonnenaufgang war wunderschoen,
absolute Windstille. Der Aufstieg verlaeuft ohne Probleme, sogar Sergej, der
das erste Mal in den Bergen ist, kann gut mithalten.
Wir erreichen nach einer endlos erscheinenden Eisflanke den Sattel zwischen Ost -
und Westgipfel des Elbrus. Da das Wetter perfekt ist, beschliessen wir den etwas
hoeheren und etwas schwierigeren Westgipfel zu besteigen!
Mit Erfolg! Alle aus unserer Gruppe die aufgebrochen waren, konnten den Gipfel
erringen. Auf dem Rueckweg macht eine kleine Gruppe noch den Ostgipfel.
Aufstiegszeit: 6 Stunden, Abstiegszeit: 4 Stunden
Am Abend wir noch ordentlich gefeiert und dann fallen alle tot ins Bett.
Tag 9, 02.06.2009, Dienstag
Wir packen unsere Sachen und steigen ab. Ab der Gondelstation geht es mit dieser
weiter. Der Bus ist inzwischen repariert und so kann die Heimfahrt beginnen.
Doch wir kommen nicht weit. Ploetzlich steht ein Panzer mitten auf der Strasse
und wir kommen nicht weiter. Es stellt sich heraus, dass es eine Schiesserei
zwischen Polizisten und einem Bergstamm gegeben hatte und man nun die Taeter
sucht. So werden wir noch einige Male auf unserem Weg aus dem Kaukasus von Panzern
angehalten und von Polizisten mit schweren Waffen kontrolliert.
Wir fahren die ganze Nacht.
Tag 10, 03.06.2009, Mittwoch
Nach ein paar Stunden Schlaf und einem hervorragenden Fruehstueck geht es wieder
in den Bus. Wir fahren wieder Richtung Kaukasus, diesmal in eine andere Ecke.
Hier lebt Ivan, einer der Berfuhrer die mit auf dem Elbrus waren. Er hatte uns
eingeladen bei ihm zu Zelten und zuy klettern.
Die Landschaft ist malerisch schoen, satte Waelder an tiefen Schluchten in denen
Reisserische Bergbaeche sich hinunterstuerzen.
Ivan kennt die Gegend wie seine Westentasche und jagt uns von einem Naturhighlight
zum naechsten und vergisst auch nicht die Klettermoeglichkeiten offen zu legen.
Wir verbringen einen wunderschoenen Abend am Lagerfeuer mit Ivan, seiner Familie
und der Leitung der Kletterabteilung aus Orlonjok.
Tag 11, 04.06.2009, Donnerstag
Wir entdecken immer mehr schoene Stellen in der Umgebung.
Am Vormittag kommen ein paar weitere russische Berglegenden,
mit denen wir zusammen Klettern gehen.
Zum Mittagessen kommt die Leitung von Orlonjok zu Besuch, verfolgt
von einem Kamerateam.
Leider muessen wir am Nachmittag schon das Paradies wieder verlassen
und fahren zurueck zum schwarzen Meer, indem wir Nachts noch baden.
Tag 12, 05.06.2009, Freitag
Heute erkunden wir das Lager Orlonjok.
Zu erst geben wir noch eine Pressekonferenz bzgl. der Elbrus
besteigung, dann lernen wir das Lager kennen.
Am Nachmittag lernen wir Gorodki kennen und geben im Anschluss
die Masterklasse im Klettern fuer ein paar Kinder.
Am Abend wohnen wir noch einem schoenen Konzert der Betreuer
bei.
Im Anschluss gehen wir ausserhalb des Lagers mit verschiedenen Leuten
von Orlonjok feiern. Es ist ein sehr lustiger Abend.
Tagh 13, 06.06.2009, Samstag
Heute steht nur am Strand liegen auf dem Programm und das ist auch gut so!
Wir bereiten uns innerlich auf die Rueckkehr vor. Am liebsten wuerden wir
noch laenger in diesem wundervollen Land bleiben. Wir kommen bestimmt wieder.
Und vielleicht wird aus der ein oder anderen Bekanntschaft eine echte Freundschaft.